Air / Sinus

2014 - KE 3

Konzertperformance für
2 Violinen, Tanz, Elektronik, Licht


Sabine Akiko Ahrendt (Violine)

Karin Nakayama (Violine)

Linda Nordström (Tanz)

Jasper Schmitz (Physical Theatre)

Jan Baumgart (Klangregie)

Nicolás Kretz (Feedback)

Roman Pfeifer (Konzept, Komposition)


Ein hörbarer Ton, mehr Idee und theoretisches Konstrukt, der in seiner perfekten Form weder in der Natur vorkommt noch technisch realisiert werden kann. Ein Ton ohne Obertöne, durch Klangerzeuger, Lautsprecher, Raum und Ohr verzerrt, füllt den Raum, ist dabei aber selbst kaum zu orten. Und doch ist es gerade die interessanteste Eigenschaft des Sinustons, dass er relativ uninteressant ist.
Der klanglichen Armut (nicht umsonst wird seine Farbe als steril, leer oder sogar tot beschrieben) steht ein mehrfacher Reichtum gegenüber. Die Vorechos in Stimmen, gedackten Orgelpfeifen und Flageolettklängen von gestrichenen und gezupften Saiten, geriebene Gläser und Schalen, Stimmgabeln und Metallplatten, Brummen und Fiepen, die wir in ihm zu vernehmen können.Und schließlich der Beziehungsreichtum, der eher außerhalb des Klangobjekts liegt, in der Art und Weise, in der es vollständig mit anderen Klängen verschmilzt, in der es den Raum aktiviert, in dem die stehenden Wellen durch Resonanzen, Reflexionen und Absorptionen Knoten und Täler erzeugen und den leeren Raum zu einem hörbaren Gelände machen. Nicht zuletzt setzt er auch den Zuhörer ganz buchstäblich in Bewegung, der, indem er den Kopf dreht, den Ton zum Verschwinden bringen kann.